Optimiere dein Krafttraining fürs Laufen 2026 mit diesen 5 Fragen
- Jannes Müller
- 5. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Krafttraining im Laufen wird immer entscheidender. Immer mehr professionelle Läufer:innen teilen ihre positiven Erfahrungen, und auch die Wissenschaft zeigt zunehmend die klaren Vorteile.
Genau deshalb lohnt es sich, 2026 mit gezieltem Krafttraining zu starten – egal, ob du neu mit Krafttraining anfängst oder schon länger dabei bist. Jetzt ist ein idealer Zeitpunkt, bestehendes zu reflektieren und zu überlegen, wie man mit leichten Anpassungen effektiver und optimierter trainieren kann.

Und genau deshalb sind hier 5 Fragen, die dir dabei helfen, dein Krafttraining kritisch zu betrachten und potenzielle Lücken zu entdecken.
Stelle dir diese 5 Fragen, um dein Training effektiv zu gestalten und deine Leistung auf das nächste Level zu bringen.
1. Nehme ich Gewichte, die schwer genug sind, um Anpassungen zu erzeugen?
Vielleicht der häufigste Fehler, den ich bei Läufer:innen sehe: viel zu leichte Gewichte.
Gleich vorweg: Wie hier in meinem Blog ausführlich erklärt, ist es ein Mythos, dass Läufer durch Krafttraining ungewollt muskulös werden. Davor brauchst du keine Sorge zu haben.
Verhältnismäßig schwere Gewichte sind notwendig, damit ein gewisser Reiz erzeugt wird, an den sich der Muskel anpassen muss. Genau das ist das Ziel – Anpassungen im Krafttraining, von denen man beim Laufen profitiert.
Nimmt man nur leichte Gewichte und macht damit unzählige Wiederholungen, fühlt sich das zwar anstrengend an, ermüdet dich aber nur. Muskuläre Anpassung erfolgt nicht unbedingt.
Was bedeutet „schwer genug“ jetzt genau für dich?
Je nach Übung zwischen 6–12 Wiederholungen (selten auch mal 15, aber nie mehr)
Wähle ein Gewicht, mit dem du maximal 2–3 Wiederholungen mehr schaffen würdest
Schaffst du mit 20 kg unter maximaler Anstrengung 8–9 Wiederholungen, ist das Gewicht perfekt für 6 Wiederholungen
2. Trainiere ich Übungen, die mich im Laufen weiterbringen?
Als Läufer trainierst du nicht für das Aussehen, sondern für die Leistung. „Athletics statt Aesthetics“ lautet hier dein Motto.Um deine Performance zu steigern, ist es notwendig, Übungen zu machen, die dir helfen, dieses Ziel zu erreichen.
Die 7 wichtigsten Bewegungen für dich als Läufer:
Kniebeugebewegungen (z. B. Squats, Lunges): entwickeln Kraft in Oberschenkeln und Gesäß für einen stabilen, effizienten Abdruck.
Hüftstreckung (z. B. Deadlifts, Hip Thrusts): verbessert die Kraft nach hinten – entscheidend für jeden einzelnen Laufschritt.
Hüft-Ab- & Adduktion: stabilisiert Becken und Beinachse in der Standphase, was bei jedem Schritt wichtig ist.
Wadenheber: Wadenmuskeln müssen das Vielfache des Körpergewichts absorbieren beim Laufen und hierfür gestärkt werden.
Oberkörper-Push: sorgt für muskulären Ausgleich und unterstützt die Stabilität.
Oberkörper-Pull: hilft, eine aufrechte und ökonomische Laufhaltung beizubehalten.
Core-Stabilisation (z. B. Plank-Varianten): verhindert unerwünschte Rotationen und macht deine Laufbewegung effizienter.
3. Folge ich einem Plan oder trainiere ich einfach „drauf los“?
Krafttraining fürs Laufen bedeutet nicht, jede Woche stundenlang zusätzlich im Kraftraum zu sein. Krafttraining fürs Laufen kann und sollte super effektiv sein.
Trainiert man einfach so drauf los, ohne feste Struktur, hat man weniger positive Anpassungen und mehr Ermüdung. Ein Hyrox-Kurs hier, zusätzlich Burpees da und dazwischen noch ein paar Bizeps-Curls – all das ist alles andere als das, was du brauchst, um deine Lauf-Performance zu steigern. Dennoch sieht das Training vieler Läufer:innen genau so aus.
Jeder kann dich eine Million Burpees machen lassen und dich so fertig machen, dass du kaum noch gehen kannst – aber wozu? Training braucht ein System. Nur so kannst du dich Schritt für Schritt und gezielt auf dein eigentliches Ziel zubewegen.
Ein konkreter Plan hilft dir bei verschiedenen Dingen:
Du weißt, wie oft du trainieren musst
Du weißt genau, was du machen musst
Du bist nicht „verloren“ im Gym und weißt genau, was zu tun ist
Du machst Fortschritte ohne unnötige Ermüdung
Du kannst sicher sein, dass alles Wichtige abgedeckt ist
4. Bewerte ich meinen Fortschritt basierend auf meinem Niveau?
Ein Fehler, den viele Läufer:innen zu Beginn ihres Krafttrainings machen, ist der Fokus auf die falschen Fortschritte. Das Gym ist ein Ort, an dem es leicht ist, Fortschritt in mehr Gewicht und mehr Wiederholungen zu messen.
Um langfristig besser zu werden, solltest du deinen Fortschritt je nach deinem Niveau und deiner Krafttrainings-Erfahrung bewerten.
Zu Beginn: Fortschritt bedeutet vor allem bessere Bewegungskontrolle – saubere Wiederholungen, mehr Stabilität und ein sichereres Gefühl unter Last.
Mit zunehmender Erfahrung: Fortschritte zeigen sich durch klarere Kraftzuwächse – höhere Lasten, schnellere Wiederholungen und weniger „zähe“ Anstrengung.
Später: Fortschritt bedeutet „komplexere“ Übungen – einbeinige Varianten statt beidbeinig, instabiler Stand statt stabile Position.
5. Gebe ich dem Krafttraining genügend Zeit, um zu „funktionieren“?
Krafttraining im Laufen ist wie Geld investieren. Zu Beginn wird es kurzzeitig weniger, mit der Zeit vermehrt es sich aber. Genauso verhält es sich mit deiner Leistungsfähigkeit.
Die positive Veränderung deines Körpers findet nicht über Nacht statt. Zu Beginn kann es sogar sein, dass du dich kurzzeitig etwas müder fühlst oder Muskelkater bekommst. Diese „Probleme“ verschwinden nach kurzer Zeit, und du wirst nicht nur kräftiger und schneller – du bist es auch.
Um die bestmöglichen Vorteile zu bekommen, solltest du dir mindestens 12 Wochen geben. Das bedeutet: nicht zu früh denken, es bringt dich nicht weiter, und nicht zu kurz vor einem Laufevent mit dem Krafttraining starten.
Wochen 1–3:
Kraftzuwächse entstehen fast nur durch Anpassungen des Nervensystems. Muskeln werden besser angesteuert, Bewegungen stabiler und effizienter.
Wochen 4–8:
Die Kraftentwicklung verbessert sich messbar. Größere Muskelanteile werden aktiviert, die Schnellkraft steigt, die Bewegungsökonomie nimmt zu.
Wochen 8–12:
Sehnen, Muskeln und Bindegewebe passen sich an. Das System wird belastbarer und robuster, Beschwerden treten seltener auf.
Ab Woche 12:
Ein höheres Kraftniveau ist etabliert. Maximalkraft und Kraftentfaltung sind verbessert, submaximale Belastungen fühlen sich deutlich leichter an.
Fazit:
Krafttraining ist keine schnelle Lösung, sondern eine langfristige Investition in deine Leistung. Wer dranbleibt, wird nicht nur stärker, sondern auch widerstandsfähiger, effizienter und besser in der Lage, das Training zu meistern, das dich wirklich auf deine Wettkämpfe vorbereitet.
Wenn du dieses Jahr Unterstützung beim Krafttraining brauchst, dann melde dich bei mir – gemeinsam bringen wir deine Leistung auf das nächste Level.
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